Infos zum Eurasier



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© 2007 Eurasier Klub e.V. - Update: 19. Okt 2008

Der Eurasier



selbstbewußter Individualist, gesund, robust, langlebig, familienfreundlich

Wozu eine neue Rasse ?

Seit Urzeiten begleitet der Hund den Menschen bei der Jagd, beim Hüten der Viehherden und als Wächter des Besitzes. So bildeten sich im Laufe der Zeit Rassen, die bestimmte Aufgaben besser ausführten als der Durchschnitt der bekannten Hunde. Der Eurasier ist die jüngste deutsche von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannte Hunderasse. Dieser Hund wurde von Beginn an zielgerichtet als Familienhund gezüchtet. Der älteste Freund des Menschen wird heute zweckfrei als sozialer Partner in der Familie gehalten.


Der Gründer dieser Hunderasse Julius Wipfel wollte einen sehr ursprünglichen Hund züchten mit einem natürlichen Körperbau, mit hervorragender Anpassungsbereitschaft und den sozialen Fähigkeiten seiner Urahnen, dem Stammvater Wolf. Es sollte ein großspitzartiger Familienhund in schönen Farben sein, attraktiv und respektabel in der Erscheinung, ruhig und ausgeglichen im Wesen, mit hoher Reizschwelle. Nach über 45 Jahren Eurasierzucht ist der Eurasier heute ein faszinierenden charaktervollen Hund, der sich allen häuslichen Verhältnissen und seiner Umwelt gut anpassen kann. Er fühlt sich in der Familie wohl und ist den Kindern ein gutmütiger Freund.



Erscheinung

Der Eurasier mit seinen attraktiven Farben schmeichelt unserem ästhetischen Empfinden. Da der Eurasier nie in abgegrenzten Farbschlägen gezüchtet wurde, hat sich im Laufe der Jahre eine recht vielfarbene Eurasierpopulation entwickelt. Nur die Farben weiß, weißgescheckt und leberfarben sind nicht erlaubt und werden von der Zucht ausgeschlossen. Am ganzen Körper hat der Eurasier dichte Unterwolle und mittellanges lose anliegendes Grannenhaar. Sein dichtes Haarkleid macht ihn kälteunempfindlich, das Fell ist schmutzabweisend und damit pflegeleicht, seine Gesundheit ist robust. Er ist ein harmonisch aufgebauter, mittelgroßer spitzartiger Hund von kräftiger Konstitution. Die buschige Rute wird aufliegend nach vorn über den Rücken oder leicht seitwärts gebogen oder gerollt getragen. Der Eurasier in seinem natürlichen Körperbau und anatomischen Struktur hat ein Trabergebäude und ein raumgreifendes Gangwerk. Seine Schönheit, von Harmonie und Eleganz geprägt, entspricht dem aufgeweckten und würdevollen Charakter dieser Rasse. Rüden wirken insgesamt imposanter, die Hündinnen sind etwas zierlicher.



Faszination blaue Zunge

Bemerkenswert ist die Zunge des Eurasiers. Obwohl die Farbe der Zunge als Rassemerkmal unwichtig ist, erregt sie doch immer wieder Aufsehen. Bei ihr haben sich die typische blaue Zunge des Chow Chow und die rosa Zungen von Wolfsspitz und Samojede verbunden. Von rosa bis blau treten alle gescheckten Varianten entsprechend der Laune der Natur auf. Hundefreunde identifizieren den Eurasier anhand der blauen Zunge stolz als Chow Chow und sind recht erstaunt zu erfahren, dass es noch andere „blaublütige“ Hunde gibt.



Rassestandard

FCI Standard N° 291

Der Eurasier ist ein harmonisch aufgebauter, mittelgroßer, spitzartiger Hund mit Stehohren, der in verschiedenen Farbschlägen gezüchtet wird.
Am ganzen Körper hat der Eurasier dichte Unterwolle und mittellanges lose anliegendes Grannenhaar; Fang, Gesicht, Ohren und Vorderseite der Läufe sind kurzhaarig, während die Rute und die Rückseite der Vorder- und Hinterläufe mit langen Haaren besetzt sind.
Der Schädel ist harmonisch geformt, nicht zu breit, von oben und von der Seite gesehen keilförmig. Die Nase und die Lefzen sind schwarz pigmentiert, das Gebiß ist kräftig, gesund und vollständig (42 Zähne). Die Augen sind dunkel, mittelgroß, mit straff anliegenden schwarz pigmentierten Lidrändern.
Die Rumpflänge beträgt etwas mehr als die Widerristhöhe bei mittelschwerem Körperbau.
Die Rute ist buschig behaart und wird aufliegend -nach vorn über den Rücken oder leicht seitwärts- gebogen oder gerollt getragen.
Der Eurasier hat ein raumgreifendes Gangwerk, mit viel Schub und gutem Vortritt. Die genaue Formulierung des FCI Standards finden Sie weiter unten auf der Seite.



Verhalten und Charakter

Der Eurasier ist ein selbstbewußter Individualist, ruhig und ausgeglichen, der manchmal zu eigenständigen Entscheidungen neigt. Bedingt durch seine Feinfühligkeit hat er ein erstklassiges Gespür für die Stimmung seiner Menschen, ja man könnte ihn fast als Resonanzhund bezeichnen. Bemerkenswert ist sein in vielen Situationen instinktsicheres Verhalten und sein ausgeprägtes Sozialverhalten gegenüber Menschen und Artgenossen.

Der Eurasier liebt seine ganze Familie und ist auf diese stark fixiert. Fremden gegenüber ist er zurückhaltend ohne jedoch unfreundlich zu sein. Der Eurasier mag sich nicht von jedem Fremden betätscheln lassen - er nimmt erst Kontakt auf, wenn er selber mag und das kann schon mal eine Weile dauern. Da der Eurasier ein pelziger Sympathieträger ist, der zum Knuddeln reizt, ist es für Fremde manchmal enttäuschend, wenn der Eurasier sich ihrem Streichelangebot verweigert. Gegenüber den eigenen Menschen sind die meisten Eurasier jedoch große Schmuser.

Der Eurasier verhält sich sehr umweltfreundlich, er ist kein Kläffer, der am Gartenzaun hinter jedem Passanten oder Radfahrer herbellt, seine Lautfreudigkeit ist sehr gering. Als unbestechlicher Wächter schlägt er bei ungewohnten Störungen nur kurz an. Eurasier wissen, wie weit Fremde Zutritt erhalten und können an der Mimik und der Körperhaltung ihrer Menschen ablesen, ob der Besucher mißliebig ist; sie lassen dann meist ein tiefes, warnendes Knurren hören.

Auf Spaziergängen ist der Eurasier ein angenehmer Begleiter, denn er hat keinen ausgeprägten Jagdtrieb und nimmt keine Spuren auf. Aber auch ein Eurasier wird einem aufgescheuchten Kaninchen in den meisten Fällen lustvoll hinterherjagen, ist die Beute außer Sicht, kehrt er schnell zurück. Die meisten Eurasier lassen sich auf Kommando abrufen und brechen die Jagd bereitwillig ab. Zeigt der Junghund bereits Interesse an Wildspuren, kann der Besitzer durch konsequente Erziehung dieses unerwünschte Verhalten eindämmen, damit der Hund nicht zum Hetzer wird.



Eignung

Sportliche Betätigung mit seinem Menschen macht ihm viel Freude, doch zur Schutzhundausbildung und zur Ausbildung in fremder Hand ist er nicht geeignet.

Der Eurasier ist gut zu erziehen, da er sehr schnell begreift, was man von ihm will. Schon beim Welpen soll spielerisch die Erziehung beginnen und mit Liebe und Konsequenz fortgeführt werden. Jeder Eurasier lernt gerne sein Leben lang. Der erwachsene Eurasier ist ein selbstbewußter Begleiter seiner Familie. Für Ketten- oder Zwingerhaltung ist er auf keinen Fall geeignet.



Haltung und Pflege

Der Eurasier hat das gleiche natürlich Bedürfnis wie sein Urahn, der Wolf; er will wie der Wolf in einer Rudelgemeinschaft leben mit vielfältigen sozialen Kontakten. So sucht auch der Eurasier den ständigen Kontakt zu seinen Menschen, die ihm das Rudel ersetzen. Er gehört deshalb dahin, wo sich seine Familie aufhält, in die Wohnung beziehungsweise ins Haus. So ist auch verständlich, dass eine Zwingerhaltung für den Eurasier auf gar keinen Fall in Frage kommt. Seinem Naturell entspricht auch nicht, allein in einem Garten eingesperrt zu sein, was ja nur eine etwas komfortablere Zwingerhaltung ist. Der Eurasier will das tägliche Leben mit seinem Menschen teilen, für langes Alleinsein ist er nicht geschaffen. Wer den ganzen Tag außer Haus seinem Beruf nachgeht und den Hund alleine läßt, sollte sich keinen Eurasier halten,denn er wird den Bedürfnissen dieser Rasse nach enger Menschenanbindung nicht gerecht.


Als gut sozialisierter Hund verträgt er sich mit Artgenossen. Rüden testen allerdings manchmal gerne aus, wer der Stärkere ist und zeigen ein entsprechendes Imponiergebaren. Gelegentlich kommt es deshalb immer wieder mal zu kleinen Rangeleien, die aber nicht sonderlich ernsthaft sind.



Mehrere Hunde

Die Mehrhundehaltung ist in Eurasierkreisen sehr beliebt, ca. 10 % aller Eurasierbesitzer haben zwei dieser Prachtexemplare in ihre Familie aufgenommen. Das überzeugenste Argument für den Erwerb eines Zweithundes ist der Ersthund, der so problemlos mit seiner Familie zusammenlebt. Jedoch sollten nie zwei Eurasier gleichen Geschlechtes und gleichen Alters vergesellschaftet werden. Das geht in der Regel nicht gut. Häufig kommt es zu Rangkämpfen, wenn die Tiere erwachsen sind und das traurige Ende der Auseinandersetzungen ist, dass ein Eurasier abgegeben wird.



Der Eurasier gilt als leicht erziehbar und viele Hunde haben erfolgreich eine Begleithundeprüfung abgelegt. Der Eurasier ist ein sehr intelligenter Hund und trixt seinen Menschen ganz charmant aus, um seinen eigenen Willen durchzusetzen. Doch mit Leckerchen oder Lob ist er sehr leicht zu motivieren und zu überzeugen, das zu tun, was der Mensch von ihm verlangt. Mit Drill und Strenge erreicht man bei diesem Hund gar nichts.



Auslauf

Auch wenn der Eurasier als ruhiger Hund gilt, so braucht er seinen regelmäßigen täglichen Auslauf, mindestens eine Stunde vormittags und eine Stunde nachmittags. Wenn Herrchen oder Frauchen joggen, rennt der Eurasier begeistert mit. Auch läuft er gern neben dem Fahrrad, doch damit darf man erst nach dem ersten Lebensjahr beginnen. Eine zu frühe Belastung und Überforderung wirkt sich negativ auf die Skelettentwicklung aus.

Sportliche Betätigung wie zum Beispiel Agility macht ihm Freude und beugt der Langeweile vor, aber zur Schutzhundausbildung oder zur Ausbildung in fremder Hand ist er nicht geeignet Der Spieltrieb ist bei vielen Eurasiern nicht stark ausgeprägt und Wiederholungsspiele langweilen die meisten Hunde. Für Apportierspiele wie zum Beispiel Bällchen holen ist die Begeisterung nicht allzu groß.

Trotz seines längeren Haarkleides ist der Eurasier pflegeleicht. Regelmäßiges wöchentliches Bürsten genügt vollauf. Baden ist überflüssig, es sei denn, er hätte sich in Mist gewälzt. Das Fell hinter den Ohren muß sorgsam gepflegt werden, da es hier besonders weich ist und leicht verfilzt. Im Frühjahr und im Herbst, während der Zeit des Fellwechsels, lockert sich die Unterwolle und kann in ganzen Büscheln herausgeholt werden, wobei die Hündin stärker abhaart als der Rüde. Aber auch das ist kein Problem, denn die Unterwolle läßt sich leicht herauskämmen. Werfen Sie die Unterwolle nicht fort, denn diese kann nach Verspinnen zu warmen Handschuhen oder Pullovern verstrickt werden.



Rassegeschichte

Dieser prächtige Hund mit seiner großen Ausstrahlung entstand aus einer Kombinationszucht der drei Rassen Chow-Chow, Wolfsspitz und Samojede.

Zunächst paarte Julius Wipfel 1960 Chow-Chows mit Wolfsspitzen nach einem vorgegebenen Zuchtplan und kreuzte nach 12 Jahren Aufbauzucht 1972 den Samojeden ein. Durch die neue Blutzufuhr sollte die Inzuchtbelastung abgesenkt und Gesundheit und Vitalität der Rasse gesteigert werden. Außerdem wirkte sich das freundliche Wesen des sibirischen Schlittenhundes sehr positiv auf die Umgänglichkeit der Tiere aus.

Die Rasse wurde 1973 von Wolf-Chow in Eurasier umbenannt und im gleichen Jahr von der FCI anerkannt. Der Name EURASIER verweist auf die Herkunft der Ausgangsrassen - Europa und Asien. Durch strenge Auslese und konsequente Zuchtplanung hat sich der Eurasier zu einer eigenständigen Hunderasse entwickelt. Der Nobelpreisträger und Verhaltensforscher Konrad Lorenz nahm regen Anteil an dem Aufbau der neuen Rasse und betrachtete sich als intensiven Mitarbeiter bei dieser Aufgabe. Auch er bevorzugte Hunde mit natürlichem Wesen und übernahm 1972 selber eine kleine Eurasierhündin. In seinem Brief an Julius Wipfel bezeichnete er sie als eine „der bestveranlagten Hunde, die ich je hatte. Ihr Charakter und Intelligenz sind einfach einmalig“ Viel Lob für eine Neuzüchtung. Aber alle Verhaltensforscher jener Zeit verfolgten das Experiment Eurasier mit Spannung und Eric Zimen bezeichnete ihn sogar als idealen, mittelgroßen Familienhund.



Zucht

Nach 45 Jahren Eurasierzucht ist das Zuchtziel zwar weitgehend erreicht, aber die junge Rasse muß sorgsam überwacht werden und bedarf noch der Zuchtlenkung, damit sie genetisch in ihren gesamten Variationsbreite erhalten bleibt und sich erbliche Krankheiten nicht ausbreiten. Durch Vermeidung von Inzucht zeigt die Rasse gute Vitalität, ein rundherum intaktes Fortpflanzungsverhalten und eine Lebenserwartung von 12 - 15 Jahren. Jährlich werden in Deutschland ca. 400 Welpen in die Zuchtbücher des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) eingetragen.



Die VDH - Eurasiervereine im Ursprungsland der Rasse haben strenge Zuchtbestimmungen, die der Gesunderhaltung der Rasse und dem Tierschutz dienen. Damit die Hündinnen nicht als Zuchtmaschine mißbraucht werden, darf sie nur einmal im Kalenderjahr einen Wurf haben. Die Zuchttiere müssen vor Zuchtverwendung auf Hüftgelenksdysplasie, Augenerkrankungen und Patellarluxation untersucht werden und eine Zuchttauglichkeitsprüfung bestehen. Auch muß jeder Züchter nachweisen, dass die Welpen mit Anbindung an die Familie aufgezogen werden, um so gut auf den Menschen geprägt zu werden, denn nur so wird ein Höchstmaß an Vertrauen für die zukünftige Mensch- Hund - Beziehung geschaffen. Zwingerhaltung oder eine isolierte Aufzucht fern der Familie ist nicht erlaubt. Die Welpen müssen einen Auslauf ins Freie haben mit genügend Platz zum Spielen und Herumtollen. Diesen strengen Zuchtbestimmungen verdankt der Eurasier seine robuste Gesundheit und seine gute Sozialisierung während der Aufzuchtphase. Die Welpen werden in der Regel mit acht bis neun Wochen abgegeben.



Qualitätszucht

Vorsicht ist geboten bei sogenannten Züchtern, die Eurasier aus dubiosen Quellen anbieten. Ein bunter Großspitzmix ist noch lange kein Eurasier, selbst wenn er schön aufgemachte Papiere haben sollte. Die neue Rasse, die aus einer gezielten Dreierkreuzung entstanden ist, kann nicht in einer Generation nachgemacht werden. Da beim Eurasier eine gute Sozialisation sehr wichtig ist, kaufen Sie nur bei einem Züchter, der seine Welpen mit der notwendigen Sorgfalt aufzieht und nur mit nachweisbar gesunden Elterntieren züchtet. Am besten kaufen Sie einen Welpen nur bei Züchtern, die einem seriösen FCI-Eurasierzuchtverein und dem VDH angeschlossen sind. Das kann zwar manchmal zu Wartezeiten führen, aber es lohnt sich. Ein gesunder Welpe erspart später viele Tierarztkosten.



Eurasier weltweit

Im Laufe der Zeit ist ein europäisches Netzwerk entstanden, das von Eurasiervereinen, Züchtern, Eurasierfreunden und den vielfältigen persönlichen Kontakten lebt. (Siehe „Internationale Föderation für Eurasierzucht = IFEZ).Die Eurasiervereine aus Deutschland, Österreich, Belgien, Holland, Finnland, der Schweiz haben sich zusammengeschlossen und eine gemeinsame Datenbank aufgebaut, die von einem unschätzbaren Wert für die Zucht ist und ständig aktualisiert wird. Eurasierfreunde aus Dänemark, Schweden, England, USA und Canada arbeiten eng mit der IFEZ zusammen. Über mehr als die Hälfte aller Eurasierfreunde sind in der IFEZ zusammengeschlossen. Im Zeitalter der Globalisierung stellt der Zusammenschluß der Eurasierfachleute über die Grenzen hinaus eine große Errungenschaft dar.



Besonderheiten

Fremden gegenüber zeigt der Eurasier zumeist zurückhaltendes Verhalten. Er hat keinen ausgeprägten Jagdtrieb.



Standard FCI N° 291
Eurasier



Ursprung: Deutschland.
Datum der Publikation des gültigen Original-Standardes: 06.01.1994.
Verwendung: Begleithund.
Klassifikation FCI:

Kurzer geschichtlicher Abriss:

1960 entstand durch Kreuzung von Chow-Chow und Wolfsspitz eine Hunderasse, die zunächst «Wolf-Chow» genannt wurde und nach Einkreuzung des Samojeden 1973 in «Eurasier» umbenannt und von der F.C.I. anerkannt wurde.


Allgemeines Erscheinungsbild:

Harmonisch aufgebauter, mittelgrosser, spitzartiger Hund mit Stehohren in verschiedenen Farbschlägen; mit einer Haarlänge, die die Proportionen des Körpers noch erkennen lässt; mittelschwerer Knochenbau.


Wichtige Proportionen:

Die Rumpflänge beträgt etwas mehr als die Widerristhöhe. Das Verhältnis zwischen Länge des Fanges und Länge des Hirnschädels ist annähernd gleich.


Verhalten / Charakter (Wesen):

Selbstbewusst, ruhig, ausgeglichen mit hoher Reizschwelle, wach- und aufmerksam ohne lautfreudig zu sein; mit stark ausgeprägter Bindung an seine Familie; Fremden gegenüber zurückhaltend, ohne aggressiv zu sein; ohne Jagdtrieb. Zur vollen Ausbildung dieser Merkmale braucht der Eurasier ständigen, engen häuslichen Kontakt zu seiner Familie und eine verständnisvolle, jedoch konsequente Erziehung.


Kopf:

Harmonischer, nicht zu breiter Schädel, Kopfform von oben und von der Seite gesehen keilförmig, Nasenrücken und Hirnschädel parallel.


Oberkopf:

Schädel: Flache Stirnpartie mit gut erkennbarer Stirnfurche; ausgeprägter Hinterhauptstachel.
Stop: Wenig ausgeprägt.


Gesichtsschädel:
Nase:
Mittelgross, Nasenschwamm schwarz pigmentiert.
Fang:
Weder zu grob noch zu spitz; sich nach vorn bis zum Nasenschwamm verjüngend; gerader Nasenrücken und gerade Unterkieferäste.
Lefzen:
Lippenränder straff und schwarz pigmentiert.
Kiefer / Zähne:
Kiefer kräftig; breiter Unterkieferbogen. Kräftiges, vollständiges Gebiss (42 Zähne gemäss der Zahnformel); Zahnschluss entweder Schere oder Zange; obere Schneidezähne greifen entweder eng über untere Schneidezähne oder aufeinander; Prämolaren und Molaren in einer Linie ohne Lücken; alle Zähne senkrecht im Kiefer stehend.
Backen:
Wenig betont.
Augen:
Dunkel, mittelgross, nicht zu tiefliegend oder hervorquellend; leicht schräg gestellte Lidspalten; Lidränder schwarz pigmentiert und straff anliegend.
Ohren:
Ca. eine Ohrbasisbreite voneinander angesetzt; mittelgross und dreieckig; Stehohr mit leicht abgerundeten Spitzen. Ohrenspitzen und Mittelpunkt des Stirnabsatzes bilden ein nahezu gleichseitiges Dreieck.
Hals:
Von mittlerer Länge, in Harmonie zum Gesamtbild, gut bemuskelt; straff anliegende Kehlhaut. Fliessender Übergang zum Körper.

Körper:
Kräftiger nicht zu kurzer Rumpf.
Widerrist: betont.
Rücken: Fest und gerade; sehr gut bemuskelt.
Lenden: Von gute Länge und Breite, sehr gut bemuskelt.
Kruppe: Gerade, breit und kräftig.
Brust: Bis zu den Ellenbogen reichend; mit ovaler Rippenwölbung; gut entwickelte Vorbrust, ohne jedoch betont zu sein; langes, weit nach hinten reichendes Brustbein.
Untere Linie: Leicht aufgezogen.


Rute:
Mit geradem Ansatz, rund und fest, von guter Dicke, sich dem Ende zu verjüngend; buschig behaart, aufliegend -nach vorn über den Rücken oder leicht seitwärts gebogen oder gerollt getragen; hängend bis zum Sprunggelenk reichend.

Gliedmaßen:
Vorderhand:
Allgemeines: Von vorne gesehen gerade und parallel gestellt; von der Seite betrachtet mässig gewinkelt; Ober- und Unterarm fast von gleicher Länge.
Schultern: Gut bemuskelt, Schulterblatt etwas schräg liegend.
Oberarm: Mittellang und gut bemuskelt.
Ellenbogen: Am Brustkorb anliegend.
Unterarm: Mittellang; gut bemuskelt.
Vorderfußwurzelgelenk: Kräftig.
Vordermittelfuß:
Mittellang; von vorne gesehen völlig gerade; von der Seite gesehen leicht nach vorne gerichtet. Vorderpfoten: Oval; eng aneinanderliegende, mässig aufgewölbte Zehen; kräftige, dunkel pigmentierte Krallen; feste, gut gepolsterte, schwarz pigmentierte Ballen. Dichte Behaarung zwischen den Ballen.

Hinterhand:
Allgemeines: Von hinten gesehen gerade und parallel gestellt, von der Seite betrachtet mässig gewinkelt. Ober- und Unterschenkel fast von gleicher Länge.
Becken: Leicht schräggelagert.
Oberschenkel: Mittellang und stark bemuskelt.
Knie: Stabil, nicht zu stark geöffnet.
Unterschenkel: Mittellang, gut bemuskelt.
Sprunggelenk: Nicht zu tief angesetzt, stabil, weder einwärts noch auswärts gerichtet.
Hintermittelfuß: Gut lang und breit; von der Seite betrachtet senkrecht gestellt.
Hinterpfoten: Oval, geschlossen, mässig aufgewölbt; kräftige, dunkel pigmentierte Zehennägel; feste, gut gepolsterte, schwarz pigmentierte Ballen. Dichte Behaarung zwischen den Ballen.


Gangwerk: Raumgreifend, mit viel Schub und gutem Vortritt.

Haut: Straff; pigmentiert.

Haarkleid:
Haar: Am ganzen Körper dichte Unterwolle und mittellanges, lose anliegendes Grannenhaar; Fang, Gesicht, Ohren und Vorderseite der Läufe kurzhaarig; Rute, Rückseite der Vorderläufe (Fahnen) und Hinterläufe (Hosen) mit langen Haaren besetzt. Behaarung am Hals nur mässig länger als am Körper, keine Mähne bildend.

Farbe: Alle Farben und Farbkombinationen sind zugelassen, ausgenommen reinweiss, weissgescheckt und leberfarbig.

Größe und Gewicht:

Widerristhöhe:
Rüden: 52 - 60 cm, Hündinnen: 48 - 56 cm.

Gewicht:

Rüden: 23 - 32 kg, Hündinnen: 18 - 26 kg.

Massgebend ist die Ausgewogenheit der Proportionen, doch sind die anzustrebenden Idealwerte die mittleren Grössen- und Gewichtsangaben:
Widerristhöhe:
Rüden: 56cm,
Hündinnen: 52 cm.

Gewicht:
Rüden: 26kg,
Hündinnen: 22 kg.


Fehler:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Ausschliessende Fehler:
- Mangelndes Geschlechtsgepräge.
- Fehlen eines Schneide- oder Fangszahns, auch mehrerer; Fehlen eines oder mehrerer Prämolaren 3 oder 4 sowie eines oder mehrerer Molaren 1 oder 2; Gebissanomalien.
- Ektropium, Entropium; zu tief liegende oder zu kleine Augen.
- Distichiasis (Wimpern in doppelter Reihe angelegt).
- Kippohren, Hängeohren.
- Knickrute.
- Starke Pigmentverluste.
- Ängstlichkeit, Scheuheit, übersteigertes Misstrauen.
- Aggressivität.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.